Schweiz: Zecken breiten sich stark aus – deutlich mehr Stiche und steigende Risiken

Mit steigenden Temperaturen beginnt in der Schweiz die Zeckenzeit.

Die Daten der Schweizer Unfallversicherer zeigen einen klaren Trend: In den letzten Jahren wurden deutlich mehr Zeckenstiche gemeldet.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sich zu schützen.

Zecken – ein wachsendes Risiko in der Schweiz

Zecken sind in der Schweiz weit verbreitet und kommen heute in immer mehr Regionen vor, das ganze Land gilt inzwischen als Risikogebiet. Seit 2005 ist die Zahl der gemeldeten Zeckenstiche deutlich gestiegen: Zwischen 2005 und 2009 wurden pro Jahr rund 9 000 Zeckenstiche als Unfälle gemeldet. Zwischen 2020 und 2024 waren es bereits über 14 000.

Ein möglicher Einflussfaktor ist das Klima: Mildere Temperaturen begünstigen die Ausbreitung der Zecken und verlängern ihre Aktivitätszeit. Gleichzeitig führen sie dazu, dass die Menschen mehr Zeit im Freien verbringen. Das Wetter beziehungsweise die Temperaturen sind auch der Hauptgrund für die jährlichen Schwankungen.

Zecken immer länger aktiv

Auf eine klassische «Hochsaison» ist immer weniger Verlass. Durch mildere Temperaturen können Zecken in der Schweiz nahezu ganzjährig aktiv sein. In warmen Wintern werden sie früher aktiv und bleiben länger auf Nahrungssuche.

Zecken in der Schweiz – wichtige Fakten

  • 92 % der Stiche passieren in der Freizeit
  • Rund 40 % am Wochenende
  • Mai bis Juli bleibt die intensivste Phase
  • Rund 1 400 Borreliose- und 100 FSME-Fälle pro Jahr
  • 8 Invalidenrenten jährlich infolge von Zeckenstichen
  • Etwa alle fünf Jahre ein Todesfall
  • Zeckenstiche gelten rechtlich als Unfall

Welche Gefahren bestehen?

Die meisten Zeckenstiche bleiben für die Betroffenen ohne bleibende Folgen. Sie können aber auch Krankheitserreger übertragen. Die wichtigsten sind:

Borreliose

Eine bakterielle Infektion, die zu Haut-, Nerven- oder Gelenkbeschwerden führen kann. Behandlung mit Antibiotika möglich, keine Impfung. Rund neun Prozent der registrierten Zeckenstiche führen zur Diagnose Borreliose.

FSME

Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, kann zu bleibenden Schäden führen. Die Viruserkrankung kann das Gehirn sowie die Hirnhaut betreffen. Eine Impfung schützt, eine spezifische Therapie gibt es nicht. Erkrankungen an FSME sind viel seltener als an Borreliose, weniger als ein Prozent der registrierten Zeckenstiche haben diese Diagnose.

Wie Zecken richtig entfernen?

Zecken sollten möglichst rasch entfernt werden. Je länger sie Blut saugen, desto höher ist das Risiko einer Infektion.

Die Zecke mit einer Pinzette oder Zeckenzange – oder notfalls mit dem Fingernagel – möglichst hautnah greifen und langsam gerade herausziehen. Keine Hausmittel wie Öl verwenden. Anschliessend die Stelle desinfizieren.

Wann zum Arzt?

Bei Symptomen wie einer sich ausbreitenden Rötung, Fieber oder Kopfschmerzen sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.

Wer bezahlt bei einem Zeckenstich?

Ein Zeckenstich gilt rechtlich als Unfall. Die Kosten werden deshalb von der Unfallversicherung übernommen.

Wie schütze ich mich?

  • Geschlossene, helle Kleidung tragen
  • Zeckenschutzmittel verwenden
  • Körper nach Aufenthalten im Freien absuchen

 

Quelle: SUVA / Polizei.news Redaktion
Bildquelle: Symbolbild © KPixMining/Shutterstock.com

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